Hintergrund Wissen zum Thema Carsharing

 

… Pressemeldungen, Medienberichte, Fachbeiträge

Wasserstoff für smarte E-Fahrzeuge

München, den 01.02.2021

die Weka Fachmedien in München melden: „Kommt Wasserstoff auch als Antrieb von Kleinfahrzeugen in Frage?

Mit einer Magnesiumhydrid-basierten Paste schon, meint das Fraunhofer IFAM. In ihr lässt sich Wasserstoff bei Umgebungsdruck chemisch speichern, einfach transportieren und ohne teure Tankstellen-Infrastruktur nachtanken.“

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag (externer Link)

Bahnfahren trotz Corona

Overath, den 11.09.2020

Die Deutsche Bahn untersucht in einer bis Februar 2021 angelegten Studie, die sie gemeinsam mit der Charité Berlin durchführt, welche Risiken für eine Ansteckung für Personal und Zugreisende bestehen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bahnfahren kein erhöhtes Risiko bedeutet (Quelle: faz.net).

Lohmar wird Smart City

Lohmar/Overath, den 08.09.2020

Die Stadt Lohmar hat sich erfolgreich für das bundesweit ausgeschriebene Förderprojekt Smart City beworben.

Seit dem 8.9. liegt der Stadt die Bewilligung durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) vor.

Die Car&RideSharing Community wird das Forschungsvorhaben „RBS.mobil“ (Rheinisch.bergisch.smart.mobil) als assozierter Partner beratend begleiten. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Entwicklung von Smart Cities in Deutschland, wobei der besondere Fokus auf die Entwicklung von Mobilitätskonzepten für suburbane Städte, Gemeinden und Regionen liegt.

Hintergrund zum Projekt: siehe Pressemitteilung (PDF).

CarSharing in Overath geht in die nächste Runde

Overath, den 28.05.2020

Genau ein Jahr nach Gründung der Bürgergenossenschaft Car&RideSharing Community eG in Overath Marialinden geht das dritte E-Auto an den Start. Und dies direkt im Herzen von Overath und mit Unterstützung vieler Institutionen. So stellt die Stadt Overath den Carsharing-Stellplatz kurzfristig und unbürokratisch am Rathaus zur Verfügung bis der endgültige Standort am Bahnhof eingerichtet ist. Die Ladestation und den benötigten Ökostrom liefert O-Saft (Stadtwerke Energie), die Kreissparkasse Köln beteiligte sich als Hauptsponsor an der Finanzierung des ZOE.
Overather Bürger, die im Zentrum von Overath wohnen, können den ZOE ab sofort für Fahrten buchen: ganz einfach per Smartphone-App oder über eine Online-Plattform am PC.
Bürgermeister Jörg Weigt sieht Carsharing als einen wichtigen Baustein nachhaltiger Mobilität: „In größeren Städten längst etabliert, gab es hier im ländlichen Raum bisher jedoch keine Anbieter. Overather Bürgerinnen und Bürger nehmen die mobile Zukunft nun selbst in die Hand. Und schaffen mit der eigens hierfür gegründeten Genossenschaft ein unkompliziertes, umweltfreundliches, und vor allem wohnortnah verfügbares Mobilitätsangebot.“ Myriam Mutz, Regionaldirektorin der Kreissparkasse Köln in Overath, sieht in diesem Gemeinschaftsprojekt, „einen gelungenen Ansatz, Bürger aktiv in den Umweltschutz einzubinden. Es passt damit zu unserem eigenen nachhaltigen Engagement, mit dem wir dazu beitragen möchten, dass die Menschen auch künftig in einer lebenswerten Region zu Hause sind.“

Die inzwischen auf 24 Mitglieder gewachsene Bürgergenossenschaft kann auch in naher Zukunft auf Unterstützung der Stadt Overath bauen. Auf Beschluss des Stadtrates Anfang März wird die Genossenschaft einen Stellplatz mit Ladepunkt für ein Carsharing-Fahrzeug in Bahnhofnähe erhalten. Weitere Stellplätze im Overather Stadtgebiet sollen folgen. Waldemar Bogdon, Mit-Geschäftsführer der Stadtwerke Energie weist auf den neu entstehenden Carsharing-Stellplatz mit Ladestation in Marialinden hin: „Das E-Auto der Genossenschaft wird nahe des neuen Kindergartens stehen und dort auch Ökostrom von O-Saft laden.“

Lösung für Parkraumproblem

Bereits im September 2019 – vier Monate nach Gründung der Genossenschaft – gingen die ersten beiden ZOEs im Overather Kirchdorf Marialinden in Betrieb. Gerd Baumeister, Gründungsmitglied und Mitglied im Vorstand erläutert: „Es ist uns wichtig, unseren Ort für die Bewohnerinnen und Bewohner attraktiv und lebenswert zu halten. Dazu zählt natürlich auch, dass das von Ausflüglern und Wanderern gern besuchte Marialinden nicht vollständig mit Autos zugeparkt ist.“

Dies gelte auch für das Overather Zentrum, dessen Parkraum immer knapper wird.
Einen wesentlichen Ansatz zur Lösung des Parkplatzproblems sehen die Initiatoren in der Reduzierung des stehenden Verkehrs. Das Angebot der Genossenschaft richtet sich deshalb vorrangig an Besitzer von Zweitwagen, die gerne auch öffentliche Parkplätze belegen. Ronja Völkel, ebenfalls ehrenamtlich im Vorstand der Genossenschaft tätig, erklärt hierzu: „Wie Studien zeigen, werden insbesondere die Zweitwagen nur selten genutzt. Mit Carsharing haben Zweitwagen-Besitzer nun eine echte Option den Wagen abzugeben und bei Bedarf ein Carsharing-Fahrzeug zu nutzen.“ Damit würden Zweitwagenbesitzer, dank des umweltfreundlichen Elektro-Antriebs der Community-Fahrzeuge auch aktiv zum Umweltschutz beitragen.

Wohnortnah und fahrbereit 


Ronja Völkel weist auf eine Besonderheit des Mobilitätsangebotes der Community hin: „Jedes Fahrzeug hat einen Standortpaten, der sich vor Ort um das Auto kümmert. Ortsansässige KFZ-Servicepartner sorgen für Wartung und und stets fahrbereite Autos.“

Neben einem transparenten und fairen Abrechnungssystem war es den Initiatoren des Gemeinschaftsprojektes wichtig, kurze Wege durch wohnortnahe Stellplätze zu ermöglichen. Ebenfalls wesentlich sind Zeit- und Kostenersparnis. „Wer diese moderne Mobilitätsform nutzt, braucht sich um Werkstattbesuche, Reifenwechsel oder TÜV keine Gedanken mehr zu machen“, so Völkel weiter. Nutzer der Sharing-Fahrzeuge erhöhen auch ihr Mobilitätsbudget: Kosten für Wertverlust, Treibstoff, Wartung, Steuern und Versicherungsprämie entfallen, ebenso wie das sonst bestehende finanzielle Risiko in Form eines plötzlich eintretenden Motorschadens oder eines selbstverschuldeten Totalschadens.
Bürger können sich aktiv in das Gemeinschaftsprojekt einbringen

 

Einfach Probefahrt buchen

Auf der Webseite der Genossenschaft finden interessierte Bürger Informationen über die verfügbaren Standorte und Fahrzeuge. Ist ein passender Standort in Wohnortnähe gefunden, können sich Interessenten auch gleich als Nutzer registrieren und für eine erste Probefahrt anmelden. Für die einmalige Registrierung sind lediglich Personalausweis und Führerschein nachzuweisen. Gleich danach kann die erste Fahrt starten.

Gerd Baumeister weist auf eine weitere Besonderheit des Mobilitätsangebotes hin: „Wir kombinieren in diesem Konzept das klassische Dorfauto mit professionellem Carsharing.“ Bürger sollen selbst aktiv werden und im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes „Dorfauto“ für nachhaltige Mobilität in ihrem Wohnumfeld sorgen – nach dem Motto „wir schaffen gemeinsam Werte und alle profitieren davon“.Eine wesentliche Rolle spielen hierbei auch die vorgenannten „Standortpaten“, die gewissermaßen als „ehrenamtliche Botschafter“ der Genossenschaft fungieren. In dieser Funktion sind sie für die Nutzer des gemeinschaftlich genutzten Dorfautos der erste Ansprechpartner vor Ort. Ebenso unterstützen sie neue Nutzer bei der Registrierung und führen diese in die Bedienung des Fahrzeuges ein. Als Ausgleich für ihren Zeitaufwand können sie die E-Fahrzeuge der Genossenschaft bis zu einem bestimmten Umfang kostenfrei nutzen.
Baumeister ergänzt: „Wer die vielen Vorteile eines gemeinsam genutzten Dorfautos in der Nähe seines eigenen Wohnsitzes nutzen möchte, der sucht im ersten Schritt das Gespräch mit Nachbarn und übernimmt im besten Fall auch gleich die Funktion eines Standortpaten. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Genossenschaft beraten und unterstützen die Dorfauto-Gemeinschaft bei Bedarf direkt vor Ort – etwa in Form von Infoveranstaltung oder Probefahrten.“ Bereits ab 12 Nutzern könne grundsätzlich ein Stellplatz eingerichtet und ein Fahrzeug bereitgestellt werden.
„Je mehr Menschen bei diesem Gemeinschaftsprojekt mitmachen, desto mehr Fahrzeuge können wir an verschiedenen Standorten in Overath und Umgebung einrichten“ ergänzt Vorstands-Kollegin Völkel und verweist auf die Möglichkeit hin, als Mitglied der Genossenschaft die mobile Zukunft von Overath aktiv mitzugestalten.

Neue Studie bringt überraschende Erkenntnisse für Autohändler

Elektromobilität und Carsharing passen gut zusammen

Schon früh hatten viele Carsharing-Anbieter Elektrofahrzeuge in ihrer Flotte. Das Nachhaltigkeitsimage der Share Economy passt grundsätzlich gut zu Fahrzeugen, die mit regenerativen Energien betrieben werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können so ein Elektrofahrzeug im Alltag testen, sich mit den Unterschieden vertraut machen und mögliche Vorbehalte abbauen.

Eine aktuelle Untersuchung der Universität Hohenheim beschäftigt sich jetzt mit der Frage, ob diese Erfahrungen auch Einfluss auf die Akzeptanz und die Kaufbereitschaft von Elektroautos haben. Neben den Hohenheimer Wissenschaftlern Dr. Adrian Lehr und Prof. Dr. Marion Büttgen beteiligten sich Prof. Dr. Sabine Benoit von der Surrey Business School in Guildford, Großbritannien, und Dr. Katrin Merfeld von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden an der Feldstudie.

Einstellung der Nutzer ändert sich durch positive Erfahrung

Das Forschungsteam befragte die Kunden eines etablierten Carsharing-Anbieters vor und nach der ersten Nutzung eines Elektrofahrzeugs. Durch die gemachten Erfahrungen änderte sich die Meinung der Fahrer nachweisbar: Sie hatten danach eine deutlich positivere Einstellung gegenüber E-Autos. Zudem wollten sie Elektrofahrzeuge fortan auch in stärkerem Maße weiterempfehlen. Sogar die Absicht die genutzte Fahrzeugmarke zukünftig selbst zu kaufen, hat sich bei den Befragten erhöht.

„Ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass im Carsharing nicht das Produkt im Mittelpunkt steht, sondern eher die Befriedigung des Mobilitätsbedürfnisses“, erklärt Prof. Dr. Büttgen. „Die Nutzung kann wie eine unbeabsichtigte Probefahrt angesehen werden, die besonders bei solchen Personen ihre Wirkung zeigt, die bisher noch wenig mit dem Thema Elektromobilität zu tun hatten“, erläutert Dr. Lehr weiter.

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Carsharing-Erfahrungen haben mehr Einfluss als klassische Probefahrten

Aber gibt es Unterschiede zwischen diesem unbewussten Kennenlernen des Produkts im Rahmen eines Carsharing-Angebots und einer bewussten Probefahrt z. B. bei einem Autohändler? In einer ergänzenden experimentellen Untersuchung ging das Team dieser Frage nach. Es zeigte sich: Beides hat grundsätzlich ähnliche Auswirkungen auf die Einstellung. Tendenziell ließen sich Probanden, die durch das Carsharing unbewusst positive Erfahrungen gemacht haben, allerdings eher vom Produkt und der Automobilmarke überzeugen als es bei der klassischen Probefahrt der Fall ist.

Aktuelle Publikation:
Adrian Lehr, Marion Buettgen, Sabine Benoit, Katrin Merfeld: Spillover effects from unintended trials on attitude and behavior: Promoting new products through access‐based services. Psychol Mark. 2020;37:705-723 https://doi.org/10.1002/mar.21335

Text: Stuhlemmer

Universität Hohenheim
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